Eine psychisch fragile Maria Callas lebt in ihrer Villa in Paris, umgeben lediglich von ihrer Haushälterin und ihrem Butler. Sie isst und trinkt nur sporadisch und nimmt starke Psychopharmaka, namentlich Mandrax. Je nach Dosierung schwankt ihr Zustand zwischen Klarheit, Lethargie und Halluzinationen.
Neben ihrem Vorhaben, Gesangsunterricht zu nehmen, um den alten Glanz ihrer Stimme zurückzuerlangen, möchte sie eine Biografie schreiben lassen. Ausserdem fängt sie an, Interviews für den aufstrebenden und nur in ihrer Fantasie existierenden Filmemacher «Mandrax» zu geben. Diese Interviews nutzt Regisseur Pablo Larraín geschickt, um einen Film innerhalb seines Films zu inszenieren.
Nach «Jackie» und «Spencer» liefert Pablo Larraín mit «Maria» erneut ein Meisterwerk für alle Sinne. Angelina Jolies aussergewöhnliche Performance als Maria Callas und Larraíns ambitionierte und unkonventionelle Inszenierung sorgen dafür, dass die streckenweise dünne Handlung kaum auffällt.
Für ihre Performance hat Angelina Jolie monate- lang Gesangsunterricht genommen, um soweit wie möglich selbst zu singen. Auch wenn ihre Stimme nicht an das Original heranreicht, sorgt die Mischung aus Angelina Jolies echter Stimme und der künstlich nachbearbeiteten Stimme von Maria Callas für einen beeindruckenden Klang und lässt den Zuschauer vergessen, dass er im Kino und nicht in der Oper ist.
«Maria» ist eine Hommage an Callas’ unvergleich- liches Vermächtnis und ein tief emotionaler Einblick in das Leben einer Künstlerin, die trotz all ihrer Erfolge immer eine Aussenseiterin blieb.